Arbeitsrecht

Im Arbeitsleben kommt es immer wieder zu rechtlichen Problemen. Wir beraten und vertreten Sie in allen arbeitsrechtlichen Fragen.

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Inhalt

Kündigung

Wichtig: Kündigungen müssen innerhalb von drei Wochen gerichtlich angegriffen werden! Daher besser sofort beraten lassen!

Das Arbeitsrecht in Deutschland ist in erster Linie zum Schutz der Arbeitnehmer ausgelegt. Gerade für Kündigungen gelten daher besondere Vorgaben.

Eine Kündigung muss immer schriftlich ausgesprochen werden. Mündlich, per E-Mail oder Fax kann nicht wirksam gekündigt werden. Dennoch sollte man sich gegen eine solche unwirksame Kündigung wehren.

Eine Probezeit kann nur für maximal 6 Monate vereinbart werden. In dieser Zeit kann das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten ohne Begründung mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.

Danach sind nur noch fristgemäße Kündigungen mit vierwöchiger Frist zum 15. oder zum Ende des Monats möglich. Dabei gelten für Arbeitgeber strengere Vorschriften als für Arbeitnehmer, wenn das Arbeitsverhältnis zwei Jahre oder länger besteht.

Hat der Betrieb regelmäßig mehr als 10 Beschäftigte und dauert das Arbeitsverhältnis seit mindestens 6 Monaten an, dann gilt das Kündigungsschutzgesetz. Der Arbeitgeber darf dann nur noch Kündigen, wenn bestimmten Gründe vorliegen.

Es darf nur gekündigt werden, wenn verhaltensbedingte, personenbedingte oder betriebsbedingte Gründe vorliegen. Die Kündigung darf immer nur das letzte Mittel sein, das heißt insbesondere bei einer verhaltensbedingten Kündigung muss vorher eine Abmahnung ausgesprochen werden.

Ausnahmsweise kann eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund ausgesprochen werden. Das geht aber nur, wenn es wirklich schwerwiegende Gründe gibt, die das Abwarten der regulären Frist unzumutbar macht.

Besteht ein Betriebsrat, ist dieser vor Ausspruch der Kündigung zu hören. Besondere Regelungen gelten für Schwerbehinderte, hier muss das Integrationsamt zustimmen.

Bei einer Kündigung lauern zahlreiche Fallstricke für Arbeitnehmer. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen machen hier viel falsch!

Übrigens: Auch sogenannte 450-Euro-Jobber sind reguläre Arbeitnehmer mit allen Rechten. Eine Kündigung muss daher auch bei Minijobbern den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Am Arbeitsgericht gibt es in Kündigungsschutzverfahren immer eine Güteverhandlung, in der beide Parteien darüber reden, ob  die Sache einvernehmlich geregelt werden kann. Dabei wird häufig die Zahlung einer Abfindung vereinbart.

Die Kosten muss in der ersten Instanz übrigens jede Seite für sich tragen, egal ob Sie gewinnen oder verlieren. Eine Rechtsschutzversicherung ist daher vorteilhaft, denn diese übernimmt Ihre Kosten.

Generell gilt: Bei Kündigungen werden häufig Fehler gemacht. Eine anwaltliche Überprüfung ist daher hilfreich, um das Beste herauszuholen!

Arbeitsvertrag

Jedes Arbeitsverhältnis beginnt mit einem Arbeitsvertrag. Dabei ist es übrigens unwesentlich, ob dieser schriftlich, per Handschlag oder durch schlüssiges Verhalten geschlossen wird.

Der Arbeitsvertrag regelt die Rechte und Pflichten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dabei geht es nicht nur um grundlegende Fragen wie die Höhe der Vergütung und die Arbeitszeit. In unserem komplexen Berufsleben kommt dem Arbeitsvertrag eine immer größere Bedeutung zu.

Wenn es zum Streit kommt, ist es zu spät, sich Gedanken über den Vertrag zu machen. Eine eingehende Beratung lohnt sich daher gerade, bevor unterschrieben wird.

Wir beraten Sie bei der individuellen Gestaltung und Prüfung von Arbeitsverträgen. Das vermeidet Ärger und kann bares Geld sparen, wenn es später zum Streit kommt!

Zeugnis

Arbeitnehmer haben nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein Zeugnis. Dieses muss klar und verständlich formuliert sein und darf keine versteckten Botschaften enthalten.

Ein vernünftiges Zeugnis ist für die zukünftige berufliche Entwicklung ein wichtiger Baustein und sollte daher fachkundig geprüft werden.

Für Arbeitszeugnisse haben sich bestimmte Regeln für den Aufbau und den Inhalt herausgebildet. Wenn ein Zeugnis davon abweicht, führt das oft zu unangenehmen Fragen im Bewerbungsgespräch. Schlimmstenfalls wird man gar nicht erst eingeladen.

Vielen Zeugnisse enthalten – ob absichtlich oder versehentlich – zweifelhafte Formulierungen. Die berühmte Zeugnissprache füllt mittlerweile Bände an Fachliteratur.

Arbeitgeber schreiben häufig Zeugnisse, die nicht den allgemeinen Anforderungen oder den Vorstellungen des Arbeitnehmers entsprechen. Das kann zu langwierigen Auseinandersetzungen führen. Für Arbeitnehmer kann es sich daher lohnen, dem Arbeitgeber einen Entwurf vorzulegen.

Aber auch bei Zeugnissen, die in bester Absicht geschrieben werden, ist Vorsicht geboten. Ist die gutgemeint klingende Bewertung wirklich positiv oder kann sie missverstanden werden? Vorsicht ist auch bei besonders euphorischen Lobeshymnen geboten – diese können als übertriebenes Gefälligkeitszeugnis ausgelegt werden.

Lassen Sie Ihr Zeugnis daher fachkundig prüfen!

Befristung, Teilzeit

Arbeitsverträge können befristet werden. Dafür müssen Sachgründe wie z.B. saisonale Gründe oder eine Elternzeitvertretung vorliegen. Ohne Sachgrund ist die Befristung bis zu zwei Jahren möglich. Hier gibt es zahlreiche Fallstricke, vor allem für den Arbeitgeber. Unklarheiten gehen dabei meistens zu dessen Lasten.

Die Befristung muss schriftlich vereinbart werden, ansonsten gilt der Arbeitsvertrag unbefristet. Will man sich gegen eine fehlerhafte Befristung wehren, muss Klage vor dem Arbeitsgericht erhoben werden.

Dabei ist eine Frist von drei Wochen einzuhalten. Daher besser fachkundigen Rat suchen!

Wer als Arbeitnehmer seine Arbeitszeit reduzieren will, hat in größeren Betrieben einen Rechtsanspruch darauf. Dieser kann gerichtlich durchgesetzt werden. Wir beraten Sie gerne und vertreten Sie gerichtlich.

Werkverträge, atypische Beschäftigung

Zunehmend werden reguläre Arbeitsverträge durch sogenannte typische Beschäftigungsverhältnisse ersetzt. Statt eines Arbeitsvertrages werden beispielsweise Werkverträge geschlossen. Der Arbeitgeber ist dann ein Auftraggeber, der Arbeitnehmer ein Werkunternehmer. Damit sollen häufig Mindestlohn, Arbeitszeitvorschriften, die Sozialversicherungspflicht und andere arbeitsrechtliche Regelungen umgangen werden.

In solchen Fällen kann es sich um eine sogenannte Scheinselbständigkeit handeln. Als Beschäftigter müssen Sie dann wie ein Arbeitnehmer behandelt und bezahlt  werden. Wir beraten und vertreten Sie bei der Prüfung und Durchsetzung von Ansprüchen.