Führerschein weg – neue Prüfung?

Wird der Führerschein entzogen, dann stellt sich oft die Frage, ob eine erneute Fahrprüfung abgelegt werden muss, um ihn zurück zu bekommen.

Wer zum ersten mal den „Lappen“ macht, muss erfolgreich die theoretische und praktische Prüfung bestehe. So weit, so klar. Doch wie ist die Rechtslage, wenn der Führerschein entzogen wird?

Zunächst einmal muss in bestimmten Fällen, eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) erfolgreich absolviert werden. Das gilt zum Beispiel dann, wenn Alkohol oder Punkte der Grund für die Entziehung waren. Dies ist jedoch unabhängig von der Frage, ob auch eine neue Fahrprüfung abgelegt werden muss.

Die MPU hat den Zweck, sogenannte „Eignungszweifel“ zu beseitigen und soll klären, ob man grundsätzlich geeignet ist, am Straßenverkehr teilzunehmen.

Die Führerscheinprüfung hingegen soll klären, ob man auch die konkreten Kenntnisse hat, ein Fahrzeug zu steuern und die Verkehrsregeln beherrscht. Es geht also um die Frage, ob man das Autofahren noch nicht verlernt hat. Wer einige Monate oder wenige Jahre nach dem Verlust der Fahrerlaubnis eine neue beantragt, muss keine neue Fahrprüfung ablegen.

Liegt jedoch ein längerer Zeitraum dazwischen, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine erneute Fahrprüfung angeordnet wird. Eine strenge Frist gibt es dabei nicht. Das Gesetz schreibt in § 30 der Fahrerlaubnisverordnung vor: „Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet eine Fahrerlaubnisprüfung an, wenn Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass der Bewerber die nach § 16 Absatz 1 und § 17 Absatz 1 erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht mehr besitzt.“

Eine starre Frist, z. B. 15 Jahre, existiert nicht. Dennoch kann man davon ausgehen, dass nach einem derart langen Zeitraum auch eine neue Führerscheinprüfung absolviert werden muss.

In einem aktuellen Fall entschied das Verwaltungsgericht Neustadt (Weinstraße) (Entscheidung vom 23.05.2018, Az. 1 K 1113/17.NW), dass jedenfalls nach 17 Jahren eine neue Fahrprüfung nötig ist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Wer in einer solchen Situation ist, sollte sich anwaltlich beraten lassen. Denn nach wie vor handhaben die Behörde solche Fälle oft streng nach Schema und fragen nicht nach, ob in der Zwischenzeit vielleicht anderweitig Fahrpraxis erworben wurde. Mithilfe anwaltlicher Vertretung kann man derartige Fragen vorab klären und oft genug eine positive Entscheidung erwirken. Das spart Zeit, Mühe und Geld.

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