Radeln bei Rot

In unseren überfüllten Innenstädten wird das Fahrrad immer beliebter als Fortbewegungsmittel. Man kommt damit preiswert, umweltfreundlich, schnell und ohne lästige Parkplatzsuche an’s Ziel. Allerdings stellt man immer wieder fest, dass die Verkehrsführung stark auf das Auto ausgerichtet ist und man als Radfahrer häufig auf die Geduldsprobe gestellt wird.

Besonders unübersichtlich ist es oft an Kreuzungen mit einer oder mehreren Ampeln. Viele Radfahrer fragen sich, was gilt und wie muss ich mich verhalten?

Grundsätzlich gilt: Rote Ampeln müssen auch von Radfahrern beachtet werden. Eine Ausnahme gilt nur, wenn es eine separate Ampel für Radfahrer gibt. Dann muss man sich als Radfahrer an dieser orientieren.

Bei Rotlicht fahren ist nicht nur gefährlich, es kann auch teuer werden. Wer einen Führerschein hat, kann diesen verlieren. Im Bußgeldkatalog sind für einen einfachen Rotlichtverstoß 60,00 EUR vorgesehen. Zusätzlich gibt es einen Punkt. Bei 8 Punkten wird der Führerschein entzogen. Auch wer keinen Führerschein besitzt, aber beabsichtigt einen zu machen, muss mit Konsequenzen rechnen.

Ein sogenannter qualifizierter Rotlichtverstoß kostet sogar 100,00 EUR. Ein solcher wird angenommen, wenn es zu einer Gefährdung oder gar einem Unfall gekommen ist oder die Ampel bereits länger als 1 Sekunde Rot zeigte.

Gerade in solchen Fällen kann eine Verteidigung erfolgversprechend sein. Normalerweise wird der Verstoß von einem Polizisten als Zeugen beobachtet. Dieser muss aber genau erklären können, woher er weiß, dass eine Sekunde bereits überschritten ist. Wenn er nicht gerade zu einer gezielten Kontrolle mit einer Stoppuhr neben der Ampel stand, gelingt ihm dies häufig nicht.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie angehalten werden, dann machen Sie außer Ihren persönlichen Daten keine Angaben zur Sache. Auch vermeintlich entlastende Aussagen wie „ich hatte es eilig“ können oft nach hinten losgehen – schließlich gibt man damit zu, wissentlich über Rot gefahren zu sein.

Vor Ort sollten Sie daher ausgiebig von Ihrem Schweigerecht gebrauch machen. Außer Ihren persönlichen Daten müssen und sollten Sie keinerlei Angaben machen.

Wenn Sie dann einen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid erhalten, ist eine anwaltliche Beratung empfehlenswert. Denken Sie daran: Auch Polizisten sind nur Menschen, die bei der Beobachtung Fehler machen können. Und entgegen der landläufigen Meinung ist die Aussage eines Polizeibeamten nicht automatisch glaubhafter als Ihre.

Ein Bußgeldbescheid muss nicht kampflos hingenommen werden. Als Fachanwälte für Verkehrsrecht prüfen wir die Sache auf formale und inhaltliche Fehler und entwickeln eine passende Verteidigungsstrategie.

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